Erste Anwendung der PASHA®-Elektrode in der Tiermedizin

Omar Omar-Pasha (1), Jacek Gawda (2)

Das in der Humanmedizin seit Jahren renommierte Verfahren zur Bekämpfung von chronischen Schmerzen fand erstmalig Anwendung in der Tiermedizin. Fig 1

Die Zusammenarbeit zwischen dem Facharzt für Chirurgie und Spezialist für Interventionelle SchmerztherapieOmar Omar-Pasha (Konsiliararzt am Maria-Stern-Krankenhaus, Remagen) und Dr. Jacek Gawda (Tiergesundheitszentrum Aggertal, Lohmar Wahlscheid) führte zur ersten in der Tiermedizin erfolgreichen Anwendung, der von Herrn Omar-Pasha entwickelten, multifunktionellen PASHA®-Elektrode beim Hund.

Am 22.02.2014 wurde der, unter chronischen Rückenschmerzen und fortschreitenden Parese leidende, 9 Jahre alte Hovavart „Gandil“, behandelt. Es handelt sich um den eigenen Hund des Chirurgen Omar-Pasha. Zuvor erfolgte eine neurologische Untersuchung sowie eine Computertomographie der Wirbelsäule. Die Indikation für die epidurale gepulste Radiofrequenz Stimulation (Peridurale PRF) wurde dabei gestellt.

Der Hund wurde unter Analgosedation (Art der leichten Narkose) für den Eingriff vorbereitet. Die PASHA®-Elektrode wurde unter sterilen Kautelen in den epiduralen Raum eingeführt und unter Bildwandler-Röntgenkontrolle an die betroffenen Abschnitte des Rückenmarksgezieltplatziert. Durch Stimulation der Nervenwurzeln und des Rückenmarks mittels motorischer Impulse konnte die punktgenaue Platzierung der Elektrode erfolgen. Anschließend wurden die für die Krankheit verantwortlichen Areale mit gepulstem Radiofrequenzstrom jeweils 4 Minuten lang stimuliert. Die Temperaturerhöhung überstieg bei diesem Verfahren nie 42 °C und verursachte somit keinerlei Gewebeschäden.

Die Stimulation wird abhängig von der Indikation an verschiedenen Nervenwurzeln und Rückenmarksbereichen wiederholt. Die Spitze der Elektrode ist gezielt im Wirbelkanal steuerbar. Die ganze Behandlung erfolgt in einer einzigen Sitzung. Zusätzlich können Medikamente durch die Multifunktionselektrode gezielt im Epiduralraum appliziert werden. Zum Abschluss entfernte der Operateur die Elektrode und sicherte die Minieinstichstelle mit einem einfachen Pflasterverband. Segmente 3A

Der Eingriff verlief bei „Gandil“ komplikationslos. Schon nach drei Tagen trat bei dem behandelten Hund eine erkennbare Besserung ein. 

Bei vielen tausend Patienten sind bisher keinerlei signifikante Komplikationen aufgetreten. Beim Menschen erfolgt eine Besserung in der Regel innerhalb von 3 Wochen nach dem Eingriff. Die Erfolgschancen liegen beim Menschen bei ca. 70% (unter Erfolg verstehen die Schmerztherapeuten eine Beschwerdelinderung um 50% und mehr).

Das Verfahren ist erfolgsversprechend bei Patienten, die durch andere Therapieformen oder Operationen keine ausreichende Schmerzlinderung zeigen. Die Kombination des Verfahrens mit anderen Methoden ist möglich.

Die Indikation für das Verfahren bei Tieren basiert auf funktionelle Ähnlichkeit der Wirkung des gepulsten Radiofrequenzstroms auf das Nervengewebe.

Von dieser Behandlung versprechen wir uns eine erhebliche Bereicherung der therapeutischen Möglichkeiten in der Tiermedizin.

(1) Omar Omar-Pasha MD, Praxis Omar-Pasha Maria-Stern-Krankenhaus
 Am Anger 1, D-53424 Remagen, Tel.: 0049 176 24684916

(2) Jacek Gawda Dr., Tiergesundheitszentrum für Kleintiere und Pferde Aggertal
Hammerwerk 10, D-53797 Lohmar – Wahlscheid, Tel.: 0049 2206 910 410

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